Personen Meinung Deutschland Hauptstadtseite Israel Weltgeschehen Bei uns zu Gast Aus den Gemeinden Vermischtes Porträt Kultur Bücher Geschichte Wissenschaft und Bildung Diaspora Interreligiöser Dialog Judentum Heute Religion und Tradition Reise Personenkalender Jugend Medien Leserkommentare![]() ![]() | ![]() Ende der Diplomatie?Solange Russland Syriens Regierung stützt, scheint eine diplomatische Lösung unwahrscheinlich. Derweil eskalieren die Kämpfe
Längst wütet die Gewalt auch rund um Syriens Hauptstadt. Regierungstreue Truppen starteten in den Vororten Damaskus eine neue Offensive, um zu verhindern, dass die bewaffneten Rebellen der «Freien Syrischen Armee» (FSA) sich dort etablieren. Tausende Soldaten und zig gepanzerte Fahrzeuge sind dort im Einsatz, in zig Städten, wie Homs und Rankous nahe der libanesischen Grenze, geht das Regime mit immer größerer Gewalt vor. Wohngebiete werden mit schwerer Artillerie beschossen, aufständische Bürger sollen mit der Unterbrechung der Strom-, Wasserund Nahrungsmittelversorgung in die Knie gezwungen werden: «Wir haben Moscheen in Feldlazarette umgewandelt, denen gehen aber die Blutkonserven aus», berichtete ein Aktivist aus Saqba dem Satellitensender «Al- Jazeera». Oppositionsgruppen zählen täglich zig Todesopfer, auch die Anhänger des Diktators Baschar Assad zahlen einen hohen Blutzoll: Immer wieder greift die FSA Armeekonvois und Straßensperren an, bringt ganze Stadtteile in ihre Gewalt, legt Hinterhalte und verwandelt die strategisch wichtige Straße zum Flughafen angeblich in ein Schlachtfeld. Angesichts der eskalierenden Gewalt und eigener Ohnmacht wollen die Arabische Liga und die Opposition die Krise nun dem Weltsicherheitsrat überantworten. Die Opposition fordert härtere Sanktionen und die Einrichtung einer Schutzzone an der türkischen Grenze, wo die FSA sich sammeln und Zivilisten Zuflucht suchen könnten. Russland lehnt aber jede Einmischung von außen oder einseitige Verurteilung ihres Verbündeten in Damaskus kategorisch ab: «Wir würden gern mal wissen, weshalb [die Arabische Liga – die Red.] ein so nützliches Instrument so behandelt», empörte sich Außenminister Sergej Lawrow. «Ich würde eine Verstärkung der Beobachtermission unterstützen», sagte er. Kritik an der Mission bezeichnete er als «verantwortungslose Aussagen, die jede Chance, die Lage zu beruhigen, sabotieren.» In New York versuchen westliche und arabische Diplomaten, Russland zur Verabschiedung einer Resolution zu bewegen. Doch bisher weigert Moskau sich, Präsident Baschar Assad zum Rücktritt aufzufordern, Sanktionen oder ein Waffenembargo zu befürworten. Das könnte außen- und innenpolitische Ursachen haben. Moskau gab sich vom Nato-Einsatz in Libyen überrascht und will weitere Einmischungen des Westens in Arabien verhindern. Im Hafen von Latakia in Syrien befindet sich ein wichtiger Stützpunkt der russischen Flotte. Angesichts zunehmenden Unmuts in Russland spielt auch Innenpolitik eine Rolle. Im Laufe des «Arabischen Frühlings» verlor Moskau laut Schätzungen Rüstungsaufträge in der Höhe von 10 Milliarden US-Dollar. Damaskus gilt mit Aufträgen von jährlich rund 700 Millionen Dollar als einer wichtigsten Kunden russischer Rüstungsunternehmen, die dort ein einflussreicher Arbeitgeber sind. |